Die Gesellschaft-Bochum-Donezk e.V. hat in Bochum eine lange Tradition. Schon immer war sie da, wo Hilfe am meisten benötigt wurde. So auch jetzt: Seit Kriegsbeginn in der Ukraine hat der Verein zwanzig 40-Tonner in die Ukraine geschickt.

vordere Reihe links nach rechts: Alina Wienkop, Kim Barsottelli, Deborah Olk, Sabrin Benaissa, Larina Karim (alle SV), Monika Grawe, Christian Golz (Gesellschaft Bochum-Donezk e.V.)   hintere Reihe links nach rechts: Nila Antik (Schulsozialarbeiterin), Knud Rosenboom (Stellv. Schulleiter), Andreas Zimmermann (Schulleiter), Susanne Althoff-Voigt (SV-Lehrerin), Daniela Arndt Fachlehrerin, Jan Segatz (SV-Lehrer)

„Wir sind der einzige Verein, der tatsächlich in die Keller geht und die Leute dort mit Essen versorgt“, erzählt Monika Grawe, Vorsitzende der Gesellschaft, beim Besuch des Klaus-Steilmann-Berufskollegs. Wenn sie über ihre Arbeit und die der vielen ehrenamtlichen Helfer spricht, hört und sieht man man, dass ihr das Helfen eine Herzensangelegenheit ist.  „Wir fahren zuerst in die Westukraine und laden dann in kleinere Transporter um, die schließlich in die Kriegsregionen fahren. Zu Beginn war das alles eine wahnsinnige Herausforderung.“

Denn die Hilfsbereitschaft der Bochumer schlug alles zuvor Erlebte. „In unseren Räumlichkeiten stapelten sich die Anziehsachen bis unter die Decke. Gleichzeitig standen viele Schüler und andere Freiwillige bereit, um beim Packen der Pakete zu helfen. Doch die große Frage war zunächst einmal: Wo fängt man überhaupt an? Wie soll sortiert werden?“

Mittlerweile hat der Verein Routine; Leute, die mit anpacken wollen, sind immer gern gesehen. „Die Menschen hungern, wir brauchen dringend feste Nahrungsmittel, Hygieneartikel, Babynahrung“, fasst Frau Grawe zusammen und verweist dabei auf die aktuelle Liste, die unter https://www.bochum-donezk.de/ jederzeit eingesehen werden kann.

Die Schülervertreterinnen (Alina Wienkop, Kim Barsottelli, Deborah Olk, Sabrin Benaissa und Larina Karim) lauschen ihrem lebendigen Bericht gebannt und fassen dann zusammen, wie das Klaus-Steilmann-Berufskolleg die Ukraine seit Kriegsbeginn unterstützt: „Die Ukraine ist um die Ecke, der Krieg ist nah. Da wollten die Schüler*innen einfach etwas tun.“ Beeindruckende €2500 sind bei den diversen Hilfsaktionen zusammengekommen, die das Klaus-Steilmann-Berufskolleg bisher durchführte und die jetzt als symbolischer Scheck an den Verein übergeben wurden: Es wurden Hilfspakete gepackt, Spenden gesammelt, Waffeln gebacken und Solidaritäts- und Frieden-Buttons designt, gepresst und verkauft.

Sozialarbeiterin Nila Antik, die gebürtig aus der Ukraine stammt und noch viele Verbindungen in die alte Heimat hat, initiierte die Welle an Unterstützungs-Aktionen, die von der SV, den Klassen, den Lehrer*innen und dem Förderverein nur allzu gerne mitgetragen wurden. Auch dem Reformhaus Blank in Wattenscheid, welches Lebensmittel für die Waffelbackaktionen spendete und der Sparkasse Bochum, die auf die Einzahlgebühren für die Spenden (immerhin 12 Kilo Münzgeld) verzichtete, gebührt ein großer Dank.

Mit Hochdruck arbeitet die Schülervertretung unterdessen daran, weitere Ideen, wie etwa Patenschaften für ukrainische Schüler*innen, in die Tat umzusetzen. Auch die Gesellschaft Bochum-Donezk denkt nicht daran, jetzt aufzuhören: Nächste Woche startet der einundzwanzigste 40-Tonner ins Kriegsgebiet.