Am Samstag, den 10.09.2022 setzte sich die Mittelstufe 2 der Kaufleute im Gesundheitswesen (GKM 2) Richtung Berlin in Bewegung. Nach vorhergehender intensiver Diskussion über unser Klassenfahrt-Ziel entschieden wir uns im Schüler*innen-Konsens für die Bundeshauptstadt – eine gute Wahl. Im Gepäck hatten wir unseren Klassenlehrer und stellvertretenden Schulleiter Knud Rosenboom sowie die Politik-Expert*innen Frau Dr. med. Annette Karla sowie Matthias Meier.

Unser Hotel lag im berüchtigten Stadtteil Moabit. Berüchtigt dahingehend, befindet sich doch hier das größte Gefängnis der Stadt. Moabit ist ein Berliner Ortsteil des Bezirks Mitte. Der ehemalige Industrie- und Arbeiterbezirk ist vollständig von Wasserstraßen und Kanälen umgeben. Zwischen 1920 und 2001 war Moabit ein Berliner Ortsteil im Bezirk Tiergarten und grenzt dementsprechend an diesen „verruchten“ Park. Völlig zentral gelegen, besitzt Moabit gerade aber nicht das „Mitte-Chic“, erfährt aber auch zunehmend eine Gentrifizierung. Bereits in wenigen Minuten erreicht man mit Bus oder U-Bahn problemlos die wichtigen Drehkreuze des ÖPNV wie den Hauptbahnhof oder den Bahnhof Zoologischen Garten (1-Woche-Ticket für das gesamte Stadtgebiet: 36 Euro).

Der Charme der Stadt wurde bereits im Hotel deutlich: Geprägt durch hohe Decken mit Stuck-Verzierung, Holz-Treppen und Dielenboden sowie hervorragendem Frühstück (Lachs, Antipasti, Rührei,…) fühlten wir uns bestens beherbergt (eine Nacht im Vierbett-Zimmer: 33 Euro p. P.) und nutzten ausgiebig die naheliegende Infrastruktur (Kneipen, Supermärkte, Döner-Buden,…).

Die Historie der vergangenen Jahrzehnte wurde uns durch den Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen vor Augen geführt: Bis Anfang 1990 diente der Ort als zentrale Untersuchungshaftanstalt. Tausende politisch Verfolgte waren hier inhaftiert, darunter fast alle bekannten DDR-Oppositionellen. Seit dem Bau der Berliner Mauer 1961 bildeten Fluchtwillige, Fluchthelfer und Ausreiseantragsteller die Mehrheit der Gefangenen.

In logischer Ergänzung erfolgte der Besuch des Stasi-Museums Berlin. Das Stasi-Museum befindet sich im Haus 1 auf dem ehemaligen Gelände der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Das Haus entstand in den Jahren 1960/61 als Dienstsitz Erich Mielkes, der von 1957 bis zum Ende der DDR Minister für Staatssicherheit war. Hier besuchten wir unter Anderem sein Büro und konnten uns einen Eindruck über die originale Überwachungstechnik wie versteckte Kameras, Wanzen und Waffen sowie weitere Methoden des DDR-Geheimdienstes machen.

Ein weiteres Highlight unserer Berlinfahrt bildete der Besuch im Deutschen Bundestag. Auf Einladung des direkt gewählten Abgeordneten für den Wahlkreis Bochum I, Dr. Axel Schäfer (MdB), besuchten wir zunächst den Plenarsaal, wo uns von einer Mitarbeiterin ausführlich Auskunft über die Arbeitsweise des Deutschen Bundestages gegeben wurde. Im Anschluss nahmen sich zwei Mitarbeiter des Büros von Axel Schäfer ausführlich Zeit, um politische Themen zu erörtern und unsere Fragen zu beantworten. Danach konnten wir die Reichstagskuppel sowie die Dachterrasse besichtigen – ein absolutes Muss für jeden Berlin-Besuch. Nur wenige Meter vom Reichstagsgebäude entfernt liegt das Paul-Löbe-Haus. Benannt nach dem letzten demokratischen Reichstagspräsidenten der Weimarer Republik, gehört das lichte Gebäude im Spreebogen zum „Band des Bundes“, das die beiden früher durch die Mauer getrennten Teile der Hauptstadt über die Spree hinweg verbindet. Das „Band des Bundes“ besteht aus dem neuen Kanzleramt, dem Paul-Löbe-Haus auf der Westseite des Flusses und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus auf der Ostseite. Im Paul-Löbe-Haus wurde uns Gelegenheit gegeben, kostenlos in der Besucher*innen-Kantine zu Mittag zu essen. Kleiner Tipp an Euch: Wenn Ihr auf Einladung einer/eines Bundestagabgeordneten nach Berlin reist, wird die Reise mit der Deutschen Bahn AG bis auf einen Selbstkostenanteil von 10 Euro p.P. erstattet (Ersparnis somit: 60 Euro p.P.).

Abend- und Nacht-Unterhaltung sind in Berlin selbstredend und allgegenwärtig. Nach täglich gemeinsamen Abendessen ging es neben intensiven Club-Besuchen („The Pearl“ und „Maxxim“) sowie nacht-schwärmerischem Studium der Berliner Kneipen-Szene mit Kontakt zur einheimischen Bevölkerung für eine Gruppe aus unserer Klasse in die Arise-Grand-Show im legendären Friedrichstadtpalast. In dieser Revue bestaunten wir über 100 Künstler*innen auf der größten Theaterbühne der Welt mit extravaganten Kostümen, atemberaubenden Bühnenbildern und artistischen Höchstleistungen (ermäßigter Gruppeneintritt: 25 Euro p.P. in der zweiten Preiskategorie). Fazit des Abends: Liebe ist stärker als die Zeit.

Für die GKM 2: Deborah Olk und Kimberly Barsottelli