Das Klaus-Steilmann-Berufskolleg navigiert sicher durch die Corona-Krise

Die Corona-Krise hat uns alle kalt erwischt – umso bemerkenswerter ist es, wie schnell wir uns an die neuen Gegebenheiten angepasst haben.

Wie alle Schulen wurde das Klaus-Steilmann-Berufskolleg von einem auf den anderen Tag geschlossen, um die zu rasche Verbreitung des Virus zu stoppen. „Schule auf Distanz“ bzw. „Home-Schooling“ hießen die Schlagwörter, die von Mitte März an den schulischen Alltag von Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrern bestimmten. Mithilfe von digitalen Medien und E-Learning Plattformen wie Microsoft Teams organisierten wir uns neu. Die Klassen bearbeiteten Unterrichtsmaterialien zuhause und wurden dabei durch individuelle Feedback-Emails, Online-Unterrichtsstunden und Lernvideos unterstützt. Obwohl jeder für sich von zuhause arbeitete, kam so zu keiner Zeit das Gefühl auf, alleine zu sein.

Nachdem sich Ende April abzeichnete, dass Deutschland die Pandemie soweit wie möglich im Griff hatte, wurden die Schulen nun vorsichtig wieder geöffnet, um eine schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebes zu ermöglichen. Das stellte auch uns vor eine Mammut-Aufgabe.

Für uns am Klaus-Steilmann-Berufskolleg ist es am wichtigsten, dass sich alle am Schulleben Beteiligten bei uns sicher fühlen und gesund bleiben. Daher wurde hinter den Kulissen fieberhaft an Konzepten gearbeitet, um dem Gesundheitsschutz und der Hygiene Rechnung tragen zu können. Zuerst kehrten die Oberstufen der Steuerfachangestellten, Verwaltungsfachangestellten und Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten zurück. Eine Woche später folgten die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulen. Ab dem 11. Mai werden auch die AVS und die Oberstufen der Kaufleute im Gesundheitswesen und der Medizinischen Fachangestellten wieder zur Schule gehen. Alle Klassen wurden in zwei Gruppen unterteilt und erhalten Unterricht in den Kernfächern. Präsenzunterricht wechselt sich dabei mit E-Learning-Angeboten ab.

Die Rückkehr an die Schule ist ein kleiner Schritt Richtung Alltag, der vielen von uns ein wenig Normalität zurückbringt. Klar ist jedoch, dass der Schulalltag zumindest in den nächsten Monaten anders aussehen wird, als wir es vor Corona kannten. Ein Blick in die Klassenräume macht das auf einen Blick deutlich: Wo vorher Platz für 20-30 Schüler war, sitzen jetzt im Durchschnitt 10-12 Schülerinnen und Schüler – alle an Einzeltischen und unter Einhaltung des Abstandsgebots.

Das Waschbecken, ausgestattet mit Seife und Papierhandtüchern, ist zum Dreh- und Angelpunkt des Klassenzimmers geworden.

Vor und nach dem Unterricht muss sich jeder gründlich die Hände waschen; Flyer und Plakate mit Erinnerungen an die wichtigsten Gesundheits- und Hygieneregeln zieren die Wände. Die Klassenräume werden täglich gründlich desinfiziert und gereinigt; ein Wechsel von Schülergruppen innerhalb eines Unterrichtstages ist nicht möglich. Reguläre Schulhofpausen sind – zumindest vorerst – ein Relikt von Vor-Corona-Zeiten. Das erfordert jede Menge Disziplin.

Für die Schülerinnen und Schüler unserer Ausbildungsvorbereitung bieten wir das Projekt “Gesund bleiben in schwierigen Zeiten” an. Es soll ihnen dabei helfen, das derzeitige Geschehen besser einordnen zu können und die daraus entstehenden Beschränkungen zu verstehen.

Trotz aller Neuerungen und Einschränkungen: Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die am Klaus-Steilmann-Berufskolleg implementierten Schutzmaßnahmen und Regeln zum Gesundheitsschutz positiv.  „Ich finde, die Organisation und die Verteilung von Schülern auf verschiedene Räume war erfolgreich und hat gut geklappt“, sagt Atacan Akbas, Schüler der HHO3. Er gehört zu denjenigen, die gerade ihre Fachhochschulreife absolvieren. „Mir ist die Einhaltung der Hygieneregeln wirklich wichtig, da mein Opa bei uns mit im Haushalt lebt“, kommentiert einer seiner Mitschüler. „Ich finde, unsere Schule hat das super gemacht. Es wird genügend Abstand eingehalten und auf die Einhaltung der Vorgaben gut geachtet.“

Sind wir also Corona-Helden? Ja, findet das renommierte Magazin Focus und verlieh Schulleitung und Kollegium des Klaus-Steilmann-Berufskollegs tatsächlich diesen Titel.  Beworben hierfür hatte uns Fachlehrerin Inga Böge-Krol. In ihrer Bewerbung stellte sie zugleich die zahlreichen Aufgaben heraus, die wir von „jetzt auf gleich“ stemmen mussten. Als Dank gab es neben der begehrten Auszeichnung einen von 50 wunderschönen Blumensträußen, den der ein oder andere vielleicht in den letzten Tagen im Sekretariat gesehen hat.

Corona-Helden sind wir aber ausnahmslos alle, denn nur gemeinsam schaffen wir es, diese Krise zu meistern. Je disziplinierter wir dabei sind, umso schneller bekommen wir hoffentlich mehr und mehr unseren Alltag „vor Corona“ zurück – einen Alltag, den wir bestimmt nicht mehr als selbstverständlich hinnehmen werden.

 

Text: Silke Milpauer